Unbekanntes ungarisches Meer

Auszug aus einem Artikel des Magazin Segeln, erschienen im April 2012

......Die Nähe zu Österreich und der Tourismus sind der Grund, warum wir überall deutsch sprechen können. Lauschen wir den Gesprächen der Magvaren, verstehen wir kein einziges Wort. Unser minimales ungarisches Grundvokabular umfasst nur die Wörter " jó napot" (Guten Tag), "Köszönöm" (Danke) und, Viszontlátásra (Auf Wiedersehen). Das soll uns nicht an unserem Ziel hindern..

Gegen den Uhrzeigersinn geht es für uns rund um den See. Der Motor muss aus bleiben. Ausreichend Wind schiebt uns von einem guten Hafen zum nächsten. Unserem Bade- und Kulturprogramm ist es zu verdanken, dass wir eine Woche für die Umrundung benötigen. Es geht auch anders. Seit 43 Jahren wird die legendäre Regatta "Blaues Band,, durchgeführt, der Höhepunkt für jeden ungarischen Segler. Die beste Zeit von I0 Stunden und 40 Minuten ist für uns so weit weg wie "der Vulkanberg Badacsony" oder die erhabene Halbinsel Tihany, die zur Orientierung dienen. Weder GPS, Kompass noch Plotter sind hier vonnöten, statt zu navigieren lässt man einfach die Blicke zum nächsten Hafen schweifen - der aufgrund des flachen Uferbereichs richtig angesteuert werden muss.

Welchen Stellenwert der Segelsport am Balaton hat, verraten die vielen Marias mit guten Steganlagen, gepflegten Sanitärgebäuden und Stromanschlüssen. In allen Häfen fühlen wir uns auf Anhieb willkommen. Das Anlegeprocedere zeigt sich international: irgendwo festmachen und dann den Hafenmeister aufsuchen. Bereits beim ersten Anlegen laufen wir die uferfernen Boxen an. Zwar ist unser Tiefgang mit 1.80 Meter noch bescheiden, doch in den ersten Reihen würden wir im Schlick festsitzen, so unsere Erfahrung. Fast alle Häfen sind mit W-lan ausgestattet und so können wir jeden Abend auf dem Online-Portal Poker bis in die späte Nacht pokern. Nahezu jede Marina ist von undurchdringlichen Zäunen umgeben und verfügt sogar über einen Wachdienst. Abends geht es dann mit dem Schlüssel oder der KeyCard durch das Tor. In einigen Häfen wie in Revülöp oder Balatonfüred müssen wir auch den Schiffsnamen und Liegeplatz dem Wachpersonal nennen, um das Gelände zu verlassen.

Nach jedem Anlegen betreten wir im wahrsten Sinne des Wortes ,"Neuland" und nach dem kurzen Studium unserer Reiseführer werden dann auch die beschriebenen Highlights angesteuert. Gespeist wird in einem der unzähligen Restaurants die sich in jedem Dorf befinden.
Fortsetzung folgt.....

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